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Dordrechtflöten

Das Original aus Obstholz wurde 1940 im Wassergraben des Schlosses Dordrecht, südlich von Rotterdam, aufgefunden. Das Schloss – 1335 erbaut – fiel 1418 einem Brand zum Opfer. Fachleute datieren die Entstehung des Instrumentes auf 1340 und es gehört damit zu den äußerst spärlich erhaltenen Mittelalterflöten vor 1400. Das Instrument liegt im Geementen-Museum in Den Haag.

Die originale Flöte beginnt ihre Skala mit einem zu großen Halbtonschritt, was für den Grundton ein tiefes „cis“ bedeutet. Die restliche Skala folgt der Durtonleiter mit „Renaissance“-Griffen.

Die Maße des mittelalterlichen Originals ergeben ein Instrument, welches etwa einer Sopranflöte in c’’ auf 466 Hz entspricht.

Das Labium ist vorderständig, lang und schmal, der Block ragt ein Stück weit in den hohen Aufschnitt. Es gibt ein Daumenloch und sieben Grifflöcher, die Position sieben ist traditionell doppelt, links- und rechtsgriffig, ausgeführt.

Das zylindrische Rohr ist relativ dickwandig, an beiden Enden ganz schwach konisch, der Windkanal endet bündig am Kopfende, ohne „Schnabel“.

Der Klang unserer Dordrechtflöte ist farbig, mit relativ hohem Geräuschanteil und deutlichem Einschwinggeräusch.

Er harmoniert perfekt mit Singstimme, Organetto und allen Instrumenten für mittelalterliche Musik. Für das solistische Spiel bietet das Instrument eine breite Palette gestalterischer Möglichkeiten.

Um einen Grundton „c“ zu erreichen, geht unsere Werkstatt zwei verschiedenen Wege.

Der erste nützt die Möglichkeit (Lösungsvorschlag von M. Skovronek und R. Weber, Baierbach) dem Rohr ein Füßchen anzusetzen. Es bezieht sich optisch auf die Blockflöten in Sebastian Virdung „Musica getutscht“ 1511, Basel, und reduziert den Innendurchmesser ein wenig, wie das auch bei ethnischen Längsflöten, z.B. in Osteuropa der Fall ist.

Der zweite Weg verlängert das Rohr, der Innendurchmesser wird zylindrisch beibehalten.

Von den Originalmaßen ausgehend entwickelt unsere Werkstatt Instrumente in Alt- und Tenorlage (g’, d’ und c’). Diese Instrumente sind zur Erleichterung des Anblasens mit einem kleinen Schnabel versehen, werden aber auch „ohne“ gebaut, wobei das Labium der Tenorflöten dann auf der Rückseite über dem Daumenloch liegt. Die Tenorflöten sind auch zweiteilig (Kopf und Unterteil) lieferbar.

Dordrecht

Sopran c ’’ Details
Alt g ’, f ’ Details
Tenor d ’ Details
Tenor c ’ Details

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Letzte Aktualisierung: November 2016
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