Pflege

Pflege der Blockflöte

Holz „lebt“ und bleibt in gewisser Weise lebendig, wenn es auch in bearbeiteter Form vorliegt, wie in einer Blockflöte. Holz verändert sich in Beziehung zum Feuchtigkeitsgehalt der Luft, zur Umgebungstemperatur und zu seinem Alter. Vor allem bei Feuchtigkeit quillt Holz auf. Je älter das Holz ist um so stabiler bleibt es insgesamt.
Die umweltbedingte Veränderung ist von Holz zu Holz verschieden, generell gilt je dichter (schwerer) ein Holz ist, um so weniger verändert es sich.
Zusätzlich kommen Holzblasinstrumente mit der feuchten Atemluft in Berührung und sind deshalb dadurch besonders gefährdet:
> es können Risse in der dünnen Wand entstehen, die im Windkanalbereich irreparabel sind,
> das Instrument kann sich verziehen,
> Zapfen sitzen nicht mehr dicht oder zu streng,
> Schimmel kann sich bilden.

Deshalb brauchen Blockflöten eine gute und fachgerechte Pflege, um lange Bestand zu haben. Der Blockflötenbauer behandelt zwar das Holz und das fertige Instrument gegen Feuchtigkeitseinflüsse (abgelagertes Holz, Leinöl, Paraffin usw.), aber das allein genügt auf die Dauer nicht.

Hier einige wichtige Tipps für Ihre Blockflöte.

1. Beginnen Sie beim Einspielen mit ca. 5 Minuten pro Tag und steigern Sie täglich um ein paar Minuten. Das Holz muss sich an die „Arbeit“ >Wechsel von feucht-trocken.< langsam gewöhnen. Das gilt besonders für den sehr empfindlichen Bereich des Windkanals und des Blocks. Eine verkürzte Einspielzeit muss auch den Instrumenten gegönnt werden, die lange – 1 Jahr und mehr - nicht gespielt wurden.

2. Für den Block wird Zedernholz (auch Wacholder) gewählt, weil es schnell Feuchtigkeit absorbieren kann und eine Tröpfchenbildung am Ende des Windkanals verhindert. Freilich führt ein zu feucht gespielter Block auch zu einem engeren Windkanal und der Klang verändert sich nachteilig. Deshalb sollte die zusammenhängende Spieldauer in der Regel eine Stunde nicht überschreiten.

3. Nehmen Sie sich Zeit den optimalen Blasdruck kennenzulernen, der das Instrument frei klingen lässt.

4.Ein feucht gespieltes Instrument wird ausgewischt (siehe Punkt 8) und an der Luft getrocknet, niemals in der Nähe von Heizung, Sonneneinstrahlung oder Zugluft.

5. Zur Aufbewahrung ist normales Raumklima geeignet, aber niemals in der Nähe von Heizung, Sonneneinstrahlung oder Zugluft, und ein Behältnis das einen Feuchtigkeitsaustausch gestattet.

6. Das Instrument muss von Zeit zu Zeit mit einem säurefreies Öl innen geölt werden. Im allgemeinen gilt folgende Regel:
je weicher (leichter) das Holz, um so öfter muss geölt werden. Der Bedarf hängt aber auch von der Spieldauer, der Lagerzeit (ungespielte Zeit) und von den Umgebungsverhältnissen ab. Spätestens wenn ein Instrument sich innen trocken und rau anfühlt oder besonders die tiefen Töne matt klingen, sollte es geölt werden.

7. Hölzer die öfter geölt werden müssen sind: Birne, Kirsche, Ahorn. Weniger Öl brauchen: Buchsbaum, Ebenholz, Grenadill.

8. Verwenden Sie zum Ölen und Auswischen einen Rundstab (aus Buche in jedem Baumarkt erhältlich, Stärke des Stabes deutlich kleiner als die Innenbohrung). Sägen Sie an einem Ende einen 1 – 2 cm langen Schlitz ein und befestigen Sie darin ein Stück Haushaltspapier. Tränken Sie das Papier mit etwas Öl und wischen Sie das trockene Instrument mit leichter Drehung aus. Unter keinen Umständen darf Öl an den Block gelangen (nur bis 2 cm vor den Block ölen; ein „geölter“ Block muss ersetzt werden!). Nach dem Ölen werden das Instrument oder dessen Teile aufrecht hingestellt. Nach ca. 10 Minuten entfernen Sie mit frischem Haushaltspapier das überschüssige Öl aus dem Instrument.

Außen kann das Instrument notfalls gereinigt (etwa mit Wundbenzin) und anschließend mit Öl abgewischt werden. Auch hier bitte darauf achten, dass in den Windkanal und an den Block kein Öl kommt.
Bei barocken Instrumenten mit starker konischer Bohrung wird man zweckmäßigerweise Stäbe mit verschiedenen Durchmessern wählen.
(Bei Bedarf und Anfrage stelle ich Ihnen Stäbe zum Auswischen zur Verfügung).

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Letzte Aktualisierung: November 2016
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